Für eine Prignitz mit Weitblick

5 11 2010

Logo der Bügerinitiative „Hochspannung tief legen“





Unser Leserbrief zu: „LINKE WILL ERDKABELGESETZ PRÜFEN LASSEN“

31 08 2010

„Die Linksfraktion im Potsdamer Landtag will für Höchstspannungsleitungen (380 kV) ein brandenburgisches Erdkabelgesetz prüfen lassen, das Teilverkabelungen erlaubt. Ihr Wirtschaftsminister sieht die Kompetenz hierfür jedoch ausschließlich beim Bund. Beide übersehen dabei völlig, dass …“ Weiter bei der Märkischen Allgemeinen

Leserbrief in der MAZ vom 30.08.2010





Beschluss vom 5. August 2010

6 08 2010

Die Bürgerinitiative ‚Hochspannung tief legen’ arbeitet seit Mai 2008 dafür, die von E.ON edis geplante Hochspannungsleitung Perleberg – Gantikow (Gem. Kyritz) – Wittstock als Frei­leitung zu ver­hin­dern. Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen mit Bundes- und Landesgesetz­gebung sowie der behördlichen Praxis in den Genehmigungsverfahren neu­er Hochspannungsleitungen hat sie am 5. August 2010 folgenden Beschluss gefasst:

  • Sie fordert die Bundesregierung und die brandenburgische Landesregierung auf,
  1. die vollständige Erdverkabelung der geplanten Hochspannungsleitung Perleberg – Gantikow – Wittstock (‚Prignitzleitung’), ggf. als Pilotprojekt, rechtzeitig vor einem Planfeststellungsverfahren zu er­möglichen,
  2. darüber hinaus durch Bundes- und Landesgesetzgebung schnellstmöglich eine grund­sätz­li­che Erd­verkabelung von Hochspannungsleitungen zu ermöglichen.
  • Sie fordert die Kreistage und Gemeinden der Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin auf, jeden durch sie ver­hinderbaren Zubau von Windkraftanlagen, Photo­vol­taik­anlagen in der Fläche sowie anderen Großanlagen zur Stromerzeugung so lange zu verhindern, wie nicht verbindlich gesichert ist, dass neu zu bauende Hoch­span­nungs­lei­tun­gen in den Land­kreisen Prignitz und Ost­prig­nitz-Ruppin, einschließlich der geplanten ‚Prig­nitzleitung’, voll­ständig erdverkabelt werden.
  • Sie fordert die Kreistage und Gemeinden aller Stadt- und Landkreise in Bran­den­burg auf, gleichfalls eine gesicherte grundsätzliche Erdverkabelung von neuen Hoch­span­nungsleitungen zur Voraussetzung für die Ermöglichung neuer energie­pro­du­zie­ren­der Großanlagen zu machen.
  • Sie sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, um den Druck auf Bundes- und Landesregierung zu erhöhen, nicht nur die Bedingungen für einen Ausbau der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien, sondern auch für einen sozial- und umweltverträglichen Transport des erzeugten Stroms zu schaffen.


Weiter zur Begründung
Beschluss und Begründung als Word-Datei: Beschluss-Hochspannung-tieflegen_100805





Geplante Hochspannungsleitung – Himmel oder Erde?

26 07 2010

Gutachten: Erdverkabelung ist um 20 % zu teuer

Um die von E.ON edis geplante 58 km lange Hochspannungsfreileitung Perleberg – Gantikow – Wittstock war es ein ganzes Jahr lang still geworden. Die Bürgerinitiative ‚Hochspannung tief legen’ hatte bis zum Frühjahr 2009 von Haus zu Haus 1.900 Unterschriften für eine Erdverkabelung gesammelt. Trotzdem standen die Chancen schlecht, die Leitung unter die Erde zu bekommen: Hochspannungsleitungen (110 kV) werden in Deutschland prinzipiell als Freileitungen gebaut. Die Mehrkosten einer Erdkabelleitung gegenüber einer Freileitung darf  ein Netzbetreiber nur dann auf den Strompreis umlegen lassen, wenn z.B. größere Städte oder hochrangige Schutzgebiete durchquert werden.

Allerdings: Im Bundestag wurde das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) verhandelt, das die Weichen in Richtung auf eine stärkere Erdverkabelung stellen sollte. Der Gesetzgeber versprach sich davon weniger Widerstand seitens der Bevölkerung gegen neue Stromleitungen im Hoch- und Höchstspannungsbereich. Ein Runder Tisch aus politischen Entscheidungsträgern aus Prignitz und Ostprignitz-Ruppin forderte im Februar 2009 in einer Resolution den Bundestag auf, im EnLAG die gesetzliche Grundlage für eine grundsätzliche Erdverkabelung von Hochspannungsleitungen zu schaffen. Das Gesetz wurde im Mai 2009 verabschiedet, aber mit zwei hohen Hürden: Erdverkabelungen auf der 110-kV-Ebene waren nun zulässig, wenn die Kosten für Bau und Betrieb die Kosten einer Freileitung nicht um mehr als 60 Prozent überschritten. Und: Der Netzbetreiber musste die Erdverkabelung wollen. In einer öffentlichen Anhörung zum EnLAG im Wirtschaftsausschuss des Bundestages hatten sich die Netzbetreiber jedoch als vehemente Gegner von mehr Erdverkabelungen gezeigt.

Vor diesem Hintergrund baten Teilnehmer des Runden Tisches E.ON edis um ein Gespräch. Ab Juli 2009 bis Juni 2010 wurden daraus insgesamt sechs Treffen, bei denen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin durch den Landrat Hans Lange, Frau Ines Lehmann vom Bauordnungs- und Planungsamt OPR, die Bürgermeister Holger Kippenhahn (Heiligengrabe), Gudrun Hoffmann (Plattenburg) und Stefan Freimark (Gumtow) sowie Rainer Schneewolf, Rainer Still und Clemens Wehr von der Bürgerinitiative vertreten wurden. E.ON edis erwirkte ein Aussetzen des Genehmigungsverfahrens für eine Freileitung und gab bei der TU Hannover ein Gutachten in Auftrag, das die Frage beantworten sollte, ob eine Erdkabelleitung nicht mehr als 1,6 mal so teuer werden würde wie eine Freileitung.  Die Runde folgte der Bitte der Vertreter von E.ON edis, erst dann an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn das Ergebnis vorläge. Daher das Jahr, in dem von dem Projekt nichts zu hören war.

Zum letzten Treffen lud E.ON edis die Prignitz- und Ostprignitzer in den Gelben Salon der Plattenburg ein, und diese ahnten, dass das eine freundliche Verpackung für eine ungute Nachricht sein würde: Der Wirtschaftlichkeitsvergleich der Professoren Oswald und Hofmann ergab für eine Erdverkabelung einen Mehrkostenfaktor von 1,93 gegenüber den vom EnLAG zugelassenen 1,6.

Daher wird E.ON edis das Genehmigungsverfahren für eine Freileitung jetzt weiter betreiben. Die Prignitz- und Ostprignitzer Vertreter stellten sogleich Überlegungen an, ob man die Kosten, die über den Faktor 1,6 hinausgingen, nicht von dritter Seite hereinholen könnte. Eine Anfrage der Bürgerinitiative bei der Bundesnetzagentur, die über die Umlegbarkeit von Mehrkosten entscheidet, ergab, dass ein solches Modell denkbar sei. Doch hat es E.ON edis nicht ge­stattet, außer dem Faktor 1,93 sonstige Daten aus dem Gutachten, das den Mitgliedern der Runde vorliegt, an Dritte weiterzugeben, da das Gutachten auch Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse enthalte. So sind sie weder in der Lage, potenziellen Sponsoren zu sagen, welche Summe denn gebraucht würde, noch können sie das Gutachten gegenprüfen lassen. Alle Prignitz- und Ostprignitzer Beteiligte sind dennoch entschlossen, alles Denkbare zu tun, doch noch eine Erdverkabelung zu erreichen.

Rainer Schneewolf

veröffentlicht auch bei der Märkischen Allgemeinen





Resolution

13 02 2009

Der am 11.2.2009 in Gumtow, Landkreis Prignitz, Brandenburg, zur Beratung über die geplan­te 60 km lange Hochspannungsfreileitung Perleberg – Gantikow (Kyritz) – Wittstock zusammengekommene Runde Tisch bittet die Abgeordneten des Deutschen Bun­destages dringend, durch eine entsprechende Formulierung des zur Zeit noch beratenen Energieleitungs­ausbaugesetzes eine grundsätzliche Erdverkabelung für neu zu bauende Hochspannungs­leitungen bis 150 kV zu ermöglichen.

 

Begründung:

Die Notwendigkeit eines künftigen Neubaus von Hochspannungsleitungen, d.h. von Leitungen im Verteilnetz, resultiert weitestgehend aus dem Bau oder der Leistungserhöhung von Anlagen zur Ge­win­­nung erneuerbarer Energien, insbesondere aus Wind. Es ist u.E. dringend erforderlich, jegliche vermeidbaren zusätzlichen Belastungen zu unterlassen. Dazu ist für neue Hochspannungsleitungen eine Erdverkabelung geboten.

Außer der hohen Wertminderung der Regionen für Wohnen, Erholung und Tourismus bedeuten Freileitungen eine mögliche gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung und zwangsläufig durch Leitungsanflug den Tod zahlloser Vögel, darunter von für diese Landschaften cha­rakteristischen Großvögeln.

Die Mehrkosten, die dem Letztverbraucher durch eine Erdverkabelung von 110-kV-Lei­tungen entstehen, sind so niedrig, dass sie für einen Privathaushalt nicht einmal spürbar wären (vgl. die Studie der RWTH Aachen von 2008 mit kalkulierten Mehrkosten, die für einen durchschnittlichen deutschen Haushalt mit 3.500 kWh jährlichem Stromverbrauch etwa 20 Cent im Jahr pro 100 km 380-kV-Erdkabelleitung betragen würden. Mehrkosten für 110-kV-Erdkabel würden noch wesentlich darunter liegen). 

 

Am Runden Tisch, der die vorstehende Resolution einstimmig beschlossen hat, haben – in alphabetischer Reihenfolge – folgende Personen teilgenommen:

Michael Brinschwitz (Geschäftsführer Kreisbauernverband OPR)

Christian Dörendahl (Kirchenkreis Wittstock-Ruppin)

Thomas Domres (MdL Brandenburg, MdK PR, Kreisvorsitzender Die Linke PR)

Fred Fischer (Bürgermeister Stadt Perleberg)

Stefan Freimark (Bürgermeis­ter Gemeinde Gumtow)

Jürgen von Freymann (BI Hochspannung tief legen)

Hans-Georg Furian (Superintendent Kirchenkreis Perleberg-Wittenberge)

Svenja Gerbendorf (Jugendparlament Kyritz)

Joachim Harder (Superintendent Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen)

Reimar Heering (MdK PR, Freie Wählergemeinschaft Pro Prignitz)

Gudrun Hoffmann (Bürgermeisterin Gemeinde Plattenburg)

Friedhelm Kanzler (Stadt Wittstock)

Holger Kippenhahn (Bürgermeister Gemeinde Heiligengrabe)

Hans Lange (Landrat PR, Kreisvorsitzender CDU PR)

Ines Lehmann (Landkreis OPR)

Uwe Mayer (Landesforstbetrieb Brandenburg, Betriebsteil Kyritz)

Ina Muhß (MdK OPR, SPD)

Dr. Rainer Schneewolf (BI Hochspannung tief legen)

Dr. Kirsten Tackmann (MdB Die Linke)

Bernd Teickner (Kreisbauernverband PR)

Bärbel Treutler (MdK PR, Kreisvorsitzende B 90 / Grüne)

Clemens Wehr (BI Hochspannung tief legen)

Dagmar Ziegler (MdL Brandenburg, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie, Unterbezirksvorsitzende SPD PR).

Folgende Personen, die zum Runden Tisch eingeladen, aber aus terminlichen Gründen verhindert waren, schließen sich der Resolution an:

Angelika Baatz (Geschäftsführerin Fremdenverkehrsverein Ostprignitz)

Uwe Neumann (Geschäftsführer Tourismusverband Prignitz).

[Abk.: MdB Mitglied des Bundestages, MdL Mitglied des Landtages, MdK Mitglied des Kreis­tages, PR Landkreis Prignitz, OPR Landkreis Ostprignitz-Ruppin]





Pressemitteilung 12. Feb. 2009

13 02 2009

Runder Tisch in Gumtow fordert grundsätzliche Erdverkabelung

Der heutige Runde Tisch, so sagte Stefan Freimark, Bürgermeister von Gumtow und Gastgeber am vergangenen Mittwochabend, sei die am hochkarätigsten besetzte Veranstaltung, die er bisher in seiner Gemeinde erlebt ha­be. Ministerin Dagmar Ziegler, Bundestagsabgeordnete Dr. Tackmann, Landtagsabgeordneter Thomas Domres, Landrat Hans Lange, die Bürgermeister von Perleberg und Heiligengrabe, die Bürgermeisterin von Plattenburg, Kreisvorsitzende von Kreistagsparteien, der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Ostprignitz-Ruppin, die Superintendenten zweier Kirchenkreise und weitere Funktionsträger der Region waren der Einladung der Bürgerinitiative ‚Hochspannung tief legen’ gefolgt, gemeinsam über das Verhalten gegenüber der von E.ON edis geplanten Hochspannungsfreileitung Perleberg – Kyritz – Wittstock zu beraten.

Aktueller Anlass war, dass zur Zeit im Bundestag die abschließenden Beratungen zum ‚Energieleitungsausbaugesetz’ stattfinden. In diesem wird darüber entschieden, ob es überhaupt gesetzlich möglich ist, Hochspannungsleitungen wie die in der Prignitz geplante unter die Erde zu legen.

Im ersten Teil der gut zweistündigen Veranstaltung informierte die Bürgerinitiative über wesentliche Vor- und Nachteile von Erdkabeln und Freileitungen. Es wurde klar, dass auch eine Erdverkabelung nicht ohne ganz erhebliche Bodenarbeiten auskommt, und dass das magnetische Feld direkt über dem Kabel nicht günstiger als das direkt unter einer Freileitung ist. Doch ist eine Kabeltrasse, wie sie z.B. in der Uckermark in 1,20 m Tiefe liegt, nach ein bis anderthalb Jahren wieder rekultiviert und landwirtschaftlich voll nutzbar, so dass man in der Regel nicht sieht, wo sie liegt. Und das magnetische Feld, das auch direkt über dem Kabel weit unter den Grenzwerten bleibt, nimmt bereits wenige Meter neben dem Kabel rapide ab und erreicht dort Werte, für die man bei einer Freileitung 100 m seitlichen Abstand braucht.

Freileitungen stellen eine hohe Gefahr für Vögel, besonders auch Großvögel dar. Vor allem auch, weil der Vogelzug in hohem Maße in der Dämmerung und nachts erfolgt, wenn die Leitungen nicht gesehen werden können. Getötete Vögel am Boden werden sehr schnell von anderen Tieren gefressen, so dass sie dem Menschen nicht auffallen. In den Unterlagen von E.ON edis wurden Untersuchungen aus sehr vogelreichen Gebieten angeführt, in denen zwischen 390 und 2.400 zu Tode gekommene Vögel pro km Freileitung und Jahr ermittelt wurden. Selbst wenn man nur ein Viertel des unteren Werts mit den 60 km der geplanten Freileitung multipliziert, käme man auf über 5.000 tote Vögel im Jahr.

Das eindrücklichste Argument der Netzbetreiber sind die Kosten. Eine Erdverkabelung koste mindestens doppelt so viel wie eine Freileitung  Das ist, so die Bürgerinitiative, aber nur die halbe Wahrheit. Zwar sei die Erstellung der Leitung bei einer Erdverkabelung wirklich deutlich teurer, aber hinsichtlich Betrieb und Erhalt ist eine Erdkabelleitung günstiger. So dass, wenn man diese mit einrechnet, nach Berechnungen der Technischen Hochschule Aachen eine Erdverkabelung im günstigsten Fall sogar etwas kostengünstiger, im ungünstigen Fall bis zu 40 % teurer ist als eine Freileitung.

Beim Endverbraucher kommt aber von diesen Mehrkosten, umgelegt auf den Strompreis, nahezu nichts an. Ein durchschnittlicher Haushalt wird, wenn man die Berechnungen der Technischen Hochschule Aachen zugrundelegt, für 100 km Erdverkabelung zwischen 0 und 20 Cent im Jahr zahlen, näher an null als an 20.

Und wenn man Kosten mit einrechne, die hoch, aber nicht so einfach bezifferbar sind, wie die zahllosen getöteten Vögel, die Gesundheitsgefährdung durch elektrische und magnetische Felder, Schäden der Landschaft, die Beeinträchtigung des Tourismus und v.a. auch die Minderung des Wertes von Grund, Boden und Immobilien für Wohnen und Erholen, dann sei  Erdverkabelung auf jeden Fall volkswirtschaftlich die kostengünstigere Variante.

Am Ende des Runden Tisches wurde nach längerer inhaltlicher Diskussion einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der die Abgeordneten des Deutschen Bundestages dringend gebeten werden, durch eine entsprechende Formulierung des Energieleitungsausbaugesetzes eine grundsätzliche Erdverkabelung für neu zu bauende Hochspannungsleitungen bis 150 kV zu ermöglichen. Denn das ist die unbedingt notwendige Voraussetzung, um die geplante Leitung durch die Prignitz unter die Erde zu bekommen. Die Resolution wird per E-Mail an die Mitglieder der zuständigen Ausschüsse wir Wirtschaft und Technologie sowie für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit geschickt. 





Pressemitteilung 12.11.2008

17 11 2008

Bereits Riesenerfolg der Unterschriftenaktion gegen Freileitung 

Der Stand und die nächsten Schritte der Unterschriftenaktion gegen die drohende Hochspannungsfreileitung durch die Prignitz waren Tagesordnungspunkt 8 auf der letzten Versammlung der Bürgerinitiative ‚Hochspannung tief legen’. Aber so lange hielt keiner aus: Nahezu jeder der Aktiven legte noch vor aller Tagesordnung sein neues Päckchen Unterschriftenlisten auf den Tisch. Zu den vorher gesammelten 444 Unterschriften kamen so noch mal 817 hinzu.

 

Die Unterschriften verteilen sich nahezu lückenlos auf die gesamte Trasse. Bei 60 km und 1.261 Unterschriften ist das eine Unterschrift pro 47,6 m geplanter Trasse. Da es Dörfer gibt, in denen noch nicht gesammelt werden konnte, wird die Unterschriftenkette noch dichter werden. An den Endpunkten Perleberg und Wittstock der geplanten Leitung werden die Aktivitäten noch verstärkt.

 

Mobilisieren will die Bürgerinitiative hiermit sowohl die Ebene der beiden Landkreise als auch die Landesebene. In Schreiben an alle in den beiden Kreistagen vertretenen demokratischen Parteien und Wählervereinigungen hatte sie noch vor der Kommunalwahl um Stellungnahme zur Problematik der geplanten Freileitung gebeten und einen Runden Tisch vorgeschlagen. Positive Antworten kamen bisher aus beiden Landkreisen von der CDU, den Linken und den Grünen. Die Bürgerinitiative geht davon aus, dass sich auch die noch fehlenden Parteien einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Freileitung nicht verschließen werden. Die zahlreichen Unterschriften müssten ihnen deutlich machen, dass die Region hier ein massives Problem hat, das im Sinne der Region gelöst werden muss.

 

Als Termin für den Runden Tisch wurde Ende Januar ins Auge gefasst. Es sollen außer den Kreistagsparteien und Vertretern der Kreistagsverwaltungen auch die beiden Tourismusverbände, der Bauernbund, Vertreter der Kirchen und der Naturschutzverbände sowie Landtagsabgeordnete der Region eingeladen werden.

 

Parallel zur Unterschriftenaktion arbeitet die Bürgerinitiative an einer Prüfung, ob überhaupt eine neue Hochspannungsleitung erforderlich ist. In den Unterlagen zum Raumordnungsverfahren hat E.ON edis keinerlei Daten zur Notwendigkeit einer neuen Leitung vorgelegt. Die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg urteilte zwar, dass das Vorhaben unter bestimmten Auflagen mit den raumordnerischen Zielen des Landes übereinstimme, legte aber ebenfalls keinerlei Daten zur Erforderlichkeit der Leitung vor.

 

Die Bürgerinitiative begrüßte auf ihrer Versammlung die Initiative der Fraktion Die Linke, ein brandenburgisches Erdkabelgesetz im Landtag einzubringen. Sie prüft gegenwärtig den ihr zugesandten Gesetzentwurf, ob dieser in seiner Formulierung ausreicht, um neue Hochspannungsleitungen in Brandenburg grundsätzlich unter die Erde legen zu lassen, wie die Bürgerinitiative dies fordert. Ein Antrag der Bundestagsfraktion der Grünen, das Energieleitungsgesetz so zu überarbeiten, dass Hochspannungsleitungen mit einer Nennspannung von bis zu 150 kV grundsätzlich unterirdisch zu verlegen sind, sofern zwingende Gründe im Einzelfall nicht dagegen sprechen, war am 16.10. im Bundestag  tendenziell eher ablehnend diskutiert worden.

 

Die nächste Versammlung der Bürgerinitiative findet am 12.12. um 19 h im Gemeindehaus Krams (Gemeinde Gumtow), Dorfstraße gegenüber der Bushaltestelle statt. 





Pressemitteilung – 24.09.08

6 10 2008

Die Bürgerinitiative ‚Hochspannung tief legen’ gegen die geplante 110-kV-Hochspannungs-Freileitung Perleberg-Gantikow-Wittstock hat ihre angekündigte Unterschriftensammlung in West- und Ostprignitz mit einem doppelseitige Flugblatt gestartet.

 

Die eine Seite gibt eine Karte mit dem von E.ON edis geplanten Trassenverlauf wieder. Ihr sind die direkt betroffenen Städte und Dörfer zu entnehmen. Außerdem ist eingezeichnet, wo entlang der Trasse die BI bereits vertreten ist. Die andere Seite enthält die drei Hauptforderungen der Initiative: Keine neue Hochspannungs-Freileitung! Prüfung, ob zusätzliche Netzkapazitäten überhaupt erforderlich sind! Falls ja: Erdverkabelung der gesamten – 60 km langen – Leitung als brandenburgisches Pilotprojekt! Diese Forderungen sind ergänzt durch die wichtigsten Argumente der BI. Auf derselben Seite ist außerdem Platz für Namen und Adressen von sechs Personen, die mit ihrer Unterschrift gegen die geplante Freileitung protestieren.

 

Die Gemeinden Gumtow, Plattenburg und Heiligengrabe, die sich bereits im Raumordnungsverfahren gegen die Freileitung gewandt hatten, unterstützen die Aktion. Sie stellen Kopien des Flugblatts zur Verfügung, legen es in ihren Gemeindeverwaltungen aus und nehmen unterschriebene Bögen, auch wenn sie von außen in die Verwaltung gebracht werden, wieder zurück. Auch Kyritz be­teiligt sich mit seinem Bürgerbüro an der Aktion. Darüber hinaus tragen die Mitglieder der Bürgerinitiative die Unterschriftensammlung in ihre Dörfer und Nachbardörfer, zum Teil unterstützt von den Ortsbürgermeistern. Außerdem will die BI versuchen, z.B. Einzelhändler für das Auslegen der Listen zu gewinnen. Das Flugblatt kann von jedem Interessierten auch auf der Website der BI unter www.hochspannungtieflegen.de runtergeladen werden.

 

Die Gemeinden Gumtow und Plattenburg haben außerdem Schreiben an die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg (GL) gerichtet, die das Raumordnungsverfahren geleitet hat. Darin stellen sie fest, dass E.ON edis bislang keinerlei stichhaltige Begründung für die Notwendigkeit der geplanten neuen Leitung geliefert habe. Wenn die GL trotzdem abschließend urteilte, E.ON edis habe eine hinreichende Bedarfsbegründung gegeben, dann müssten ihr detaillierte und überprüfbare Unterlagen vorliegen, die ein solches Urteil rechtfertigen. Die beiden Gemeinden baten darum, ihnen diese Unterlagen zugänglich zu machen, damit sie sich auf das weitere Verfahren vorbereiten könnten.





Briefe an die Kreistagsparteien und Wählervereinigungen in PR und OPR

5 10 2008

Hier finden Sie die Briefe, die an alle Kreistagsparteien vor den Wahlen im September 2008 versandt wurden.

brief-kreistagsparteien-pr-opr-080910





Am Rande der Tour de Prignitz

5 10 2008

Anfang Mai 2008 war die Tour unterwegs. Ihr Weg führte sie auch über den Wutiker Steinberg. Hier wurden die Teilnehmer der diesjährigen Tour auf eine vorgesehene Baumaßnahme der Eon edis hingewiesen, die die gesamte Prignitz betrifft. Eon edis plant den Bau einer neuen 110-kV-Freileitung von Perleberg über Gantikow nach Wittstock. Diese 60 Kilometer lange Trasse soll die gesamte Region durchqueren.

Die Steinberger und andere Anwohner fordern den Bau einer Erdleitung, die „unsichtbar“ die in den Windparks produzierte Energie abtransportieren kann.

Die Radler sind in diesen Tagen nicht nur wegen der sportlichen Herausforderung durch die Prignitz unterwegs, sondern auch wegen der landschaftlichen Vorteile, die die Prignitz zu bieten hat.  Das wollen auch immer mehr Zugereiste, die extra wegen der Tour de Prignitz aus anderen Regionen Deutschlands anreisen.

Die Windparks kann man vor dem Hintergrund einer „sauberen“ Stromerzeugung noch hinnehmen, wenn sie auch nicht gerade zur Verschönerung beitragen. Aber müssen nun auch noch hohe Masten in die Landschaft gesetzt werden? Dagegen regt sich Widerstand von der Bürgerinitiative „Hochspannung tief legen!“.  Sie wollen die Landschaft vor weiteren Einschnitten mit all ihren Folgen für die Natur, die Wirtschaft, insbesondere den Tourismus, verhindern und fordern statt dessen eine Erdverkabelung.